{"id":8254,"date":"2018-09-22T12:08:34","date_gmt":"2018-09-22T10:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/?p=8254"},"modified":"2024-09-30T17:17:45","modified_gmt":"2024-09-30T15:17:45","slug":"nie-mehr-vergessen-gedenkstaettenfahrt-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/nie-mehr-vergessen-gedenkstaettenfahrt-2018\/","title":{"rendered":"Nie mehr vergessen: Gedenkst\u00e4ttenfahrt 2018"},"content":{"rendered":"<p>Das Goerdeler-Gymnasium nahm zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung an einer f\u00fcnft\u00e4gigen Gedenkst\u00e4ttenfahrt nach Polen teil. Unter dem Leitmotiv \u201eNie mehr vergessen\u201c besuchten 22 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus den Jahrg\u00e4ngen EF und Q1 vom 02. bis 06. September Krakau und O\u015bwi\u0119cim mit den dortigen Lagern Auschwitz und Auschwitz-Birkenau. Die Fahrt wurde von Frau Lambrechts, Frau Masukowitz und Herrn Mevius begleitet.<br \/>\nIn der polnischen Stadt O\u015bwi\u0119cim, die ihre unheilvolle Bekanntheit als Standort f\u00fcr das deutsche Konzentrationslager Auschwitz in der Zeit des Nationalsozialismus erlangte, wurde f\u00fcr die Gruppe durch den Besuch des j\u00fcdischen Zentrums, der Synagoge und in einem Workshop zun\u00e4chst das reichhaltige j\u00fcdische Leben der Stadt vor dem Einmarsch der Wehrmacht beleuchtet.<br \/>\nIn den folgenden Tagen fanden die F\u00fchrungen durch das Stammlager (Auschwitz I) und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) statt. Um das Erlebte und Erfahrene besser verarbeiten zu k\u00f6nnen wurde den Teilnehmer \u00a0Raum f\u00fcr Reflexionen gegeben, die einen Austausch von Gedanken und Gef\u00fchlen erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p>Der Besuch der st\u00e4ndigen Ausstellung in Auschwitz, die F\u00fchrung und Besichtigung des Gel\u00e4ndes des Stammlagers, ein Vortrag und Workshop zum Schicksal der ca. 200.000 Kinder und Jugendlichen im Konzentrationslager Auschwitz, ein Vortrag \u00fcber die Lebensbedingungen im KZ Auschwitz-Birkenau und eine F\u00fchrung durch die Schlafbaracken und Waschr\u00e4ume \u2013 die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zeigten sich beeindruckt und tief ersch\u00fcttert von den Dimensionen des Lagers und den Bedingungen, unter denen die damaligen Menschen dort leben mussten. Einige Eindr\u00fccke, Erlebnisse und Reaktionen seien hier wiedergegeben:<\/p>\n<ul>\n<li>&gt; \u201eAuschwitz\u201c als Symbol f\u00fcr den Holocaust und die Verbrechen der Nationalsozialisten zeigte der Gruppe das Ausma\u00df der \u201eEntmenschlichung\u201c der Jahre 1940-45. Die systematische und industriell organisierte Massent\u00f6tung am europ\u00e4ischen Judentum macht fassungslos. Eine Sch\u00fclerin sagte: \u201e<em>Mir ist schlecht, ich verstehe nicht, wie Menschen andere Menschen so bestialisch und kaltbl\u00fctig ermorden k\u00f6nnen!\u201c<\/em><\/li>\n<li>&gt; Das Einzelschicksal der Kinder, der anderen Gefangenen, die Gaskammern und die Krematorien lie\u00dfen uns erschaudern. Beim Anblick der \u00d6ffnungen f\u00fcr das Giftgas Zyklon B, f\u00fchlten sich viele Sch\u00fcler sichtlich unwohl. <em>\u201eWer waren die T\u00e4ter? Wie konnte man nur diese Massenmorde durchf\u00fchren?\u201c <\/em><\/li>\n<li>&gt; Ein Raum,\u00a0 in dem \u201eHetzreden und Hetzpropaganda\u201c der Nationalsozialisten audiovisuell gezeigt werden, gibt Aufschluss \u00fcber deren menschenverachtende Rassenideologie und psychopatische Vorgehensweise.<\/li>\n<li>&gt; In einem der R\u00e4ume befinden sich hinter einer Glasscheibe Berge von Brillen, von abgeschnittenen Haaren, von Schuhen: selbst diese wurden als Wirtschaftsgut genutzt.<\/li>\n<li>&gt; Hinter einer weiteren Glasscheibe liegen beschriftete Koffer der eingelieferten Erwachsenen und Kinder, in der Hoffnung auf R\u00fcckgabe: <em>\u201e In jedem Koffer, in jedem Schuh steckt ein abgerissenes Schicksal, jedes Schicksal unendliches Leid!\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Neben O\u015bwi\u0119cim \u00a0besuchten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auch Krakau, die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Polens. Auf den Spuren der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung begaben wir uns hier mit einer F\u00fchrung durch das J\u00fcdische Viertel Kazimierz und die Remuh-Synagoge sowie dem Besuch des ehemaligen Ghettos Pog\u00f3rze. Besonders beeindruckt hat alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem der Vortrag des Auschwitz-\u00dcberlebenden Karol Tendera, den die Gruppe in der ehemaligen Fabrik Oskar Schindlers traf. Der 97- j\u00e4hrigen Zeitzeugen erz\u00e4hlte mit unglaublicher Energie und Entschlossenheit von seinem Martyrium. Geschichte wurde hier sichtlich begreiflich. Wir waren von seiner G\u00fcte und tiefen Menschlichkeit angetan, als er uns berichtete, dass er aus Mitgef\u00fchl zwei Wehrmachtssoldaten Zivilkleidung geschenkt hatte, die deren \u00dcberleben vor der anr\u00fcckenden Roten Armee sicherte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018-09-17Gedenkstaettenfahrt_Gruppenbild_IMG_2113.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8256 aligncenter\" src=\"http:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018-09-17Gedenkstaettenfahrt_Gruppenbild_IMG_2113.png\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"675\" srcset=\"https:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018-09-17Gedenkstaettenfahrt_Gruppenbild_IMG_2113.png 900w, https:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018-09-17Gedenkstaettenfahrt_Gruppenbild_IMG_2113-300x225.png 300w, https:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018-09-17Gedenkstaettenfahrt_Gruppenbild_IMG_2113-768x576.png 768w, https:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018-09-17Gedenkstaettenfahrt_Gruppenbild_IMG_2113-585x440.png 585w, https:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018-09-17Gedenkstaettenfahrt_Gruppenbild_IMG_2113-230x172.png 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Das Schlusswort der Gedenkst\u00e4ttenleiterin wird den Fahrtteilnehmern nachhaltig in Erinnerung bleiben: <em>\u201eIn Auschwitz selbst wird man ganz still und schweigt, aber wenn man aus Auschwitz weggeht, soll und darf man nicht mehr schweigen. Erz\u00e4hlt drau\u00dfen den Menschen, was es bedeutet ein Volk systematisch aus Hass zu ermorden\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Wir danken der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem F\u00f6rderverein des Goerdeler-Gymnasiums und der Druckerei Dietmar M\u00fcller in Paderborn f\u00fcr ihre finanzielle Unterst\u00fctzung.<br \/>\nDas Fazit der Fahrtteilnehmer lautete einm\u00fctig, dass dieses neue Angebot der Schule von besonderer Bedeutung ist, da aktives Erinnern einen wichtigen Beitrag zur verantwortlichen Lebensgestaltung junger Menschen leistet.<\/p>\n<p>An die Gedenkst\u00e4ttenfahrt schloss sich der einw\u00f6chige Sch\u00fcleraustausch mit dem Liceum II Morawskiego in unserer Partnerstadt Przemysl an (siehe auch <a href=\"http:\/\/goerdeler.lspb.de\/wordpress\/25-jahre-deutsch-polnische-freundschaft\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Text\/Fotos: G. Lambrechts<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Goerdeler-Gymnasium nahm zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung an einer f\u00fcnft\u00e4gigen Gedenkst\u00e4ttenfahrt nach Polen teil. Unter dem Leitmotiv \u201eNie mehr vergessen\u201c besuchten 22 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus den Jahrg\u00e4ngen EF und Q1 vom 02. bis 06. September Krakau und O\u015bwi\u0119cim mit den dortigen Lagern Auschwitz und Auschwitz-Birkenau. 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