Katrin Himmler zu Gast am Goerdeler-Gymnasium

Wie hängen die politischen Ziele der sogenannten „Neuen Rechten“ mit der Geschichte des Nationalsozialismus zusammen? Und welche Rolle spielen soziale Medien und Falschinformationen bei der Verbreitung politischer Botschaften? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich ein Vortrag von Katrin Himmler am Goerdeler-Gymnasium. Vor Schülerinnen der Jahrgangsstufen 10 bis Q1 sowie einiger Eltern sprach sie über die Ziele und Strategien der „Neuen Rechten“ und deren historische Anknüpfungspunkte.

Eine besondere Perspektive brachte dabei die Familiengeschichte der Referentin ein: Katrin Himmler ist die Großnichte von Heinrich Himmler, einem der führenden Funktionäre des nationalsozialistischen Regimes und der SS. Ihr Großvater Ernst Himmler war Heinrich Himmlers jüngerer Bruder. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte floss deshalb in den Vortrag mit ein. Dabei ging es auch darum, wie mit der nationalsozialistischen Vergangenheit innerhalb einer Familie umgegangen werden kann und welche Bedeutung die Aufarbeitung dieser Geschichte bis heute hat.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen die Ziele und Strategien der „Neuen Rechten“. Die Schülerinnen beschäftigten sich mit der Frage, welche politischen Vorstellungen dahinterstehen und wie versucht wird, gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen. Dabei wurden auch mögliche historische Anknüpfungspunkte und Parallelen zum frühen Nationalsozialismus thematisiert. Die Rolle Heinrich Himmlers stellte hierbei eine Verbindung zwischen der historischen Entwicklung und der persönlichen Familiengeschichte der Referentin her. „Frau Himmler hat uns mit ihrem Vortrag sehr beeindruckt. Sie hat aufgezeigt, welche Gefahren von Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus für uns alle ausgehen. Für uns als Schule ist es gerade in der aktuellen Situation sehr wichtig, das immer wieder zu thematisieren und uns weiter für gegenseitigen Respekt, Vielfalt und Toleranz einzusetzen.“, so Schulentwicklungskoordinator Sebastian Niggemann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Bedeutung von Social Media. Politische Inhalte können dort innerhalb kurzer Zeit ein großes Publikum erreichen. Gerade deshalb wurde thematisiert, wie soziale Netzwerke zur Verbreitung politischer Botschaften genutzt werden können. Auch Fake News und Desinformation spielten eine Rolle. Die Schülerinnen setzten sich mit der Frage auseinander, wie sich falsche oder irreführende Informationen erkennen lassen und warum ein kritischer Umgang mit Quellen und Informationen besonders wichtig ist.

Nach dem Vortrag hatten die Schülerinnen Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit Katrin Himmler zu diskutieren. Dabei ging es unter anderem darum, wie dem wachsenden Einfluss rechter Positionen begegnet werden kann und welchen Beitrag politische Bildung leisten kann. Auch der eigene Umgang mit Informationen in sozialen Medien wurde dabei zum Thema. „Demokratie ist heute nicht selbstverständlich – sie lebt davon, dass junge Menschen Fragen stellen, kritisch denken und Haltung zeigen. Genau dazu möchten wir sie ermutigen“, betont Schulleiterin Manuela Ziemer.

Die Veranstaltung verband somit Familiengeschichte, historische Aufarbeitung und aktuelle politische Entwicklungen. Eine Schülerin aus der Jg. Q1 meinte: „Wir haben viel über die Strategien der Neuen Rechten gelernt. Ich finde es richtig gut, dass sich Frau Himmler gerade mit ihrer Familiengeschichte so um dieses Thema kümmert.“

Text: M. Ziemer  
Fotos: I. Lehnert