Mogli und Balu sind ein starkes Duo. In ihrer ungleichen Freundschaft reifen und wachsen sie beide. Doch hier geht es nicht um den Bären und das Findelkind aus dem Kinderbuchklassiker „Das Dschungelbuch“. Die Rede ist vom bundesweiten Mentorenprogramm „Balu und Du“, das in diesem Schuljahr erstmalig an unserem Gymnasium umgesetzt wird.
Sechs engagierte Jugendliche, die den Projektkurs Pädagogik in der Q1 belegt haben, übernehmen als sogenannte „Balus“ individuelle Patenschaften für Grundschulkinder, die in sozial benachteiligten oder herausfordernden Umständen aufwachsen. Mit ihren „Moglis“, die die Grundschule Riemeke-Theodor und die Elisabethschule besuchen, treffen sich unsere Oberstufenschüler:innen für mindestens ein Jahr einmal wöchentlich zu gemeinsamen Unternehmungen: Zum Fußball spielen, Eis essen, Plätzchen oder Pizza backen, gemeinsamen Lesen und Basteln, Besuchen im Museum oder einem Ausflug ins Paderbiniland – ihre gemeinsame Zeit können sie ganz individuell gestalten.

„Es ist dabei wichtig, die Schüler:innen für ihre besondere Verantwortung und potenzielle Probleme im Vorfeld zu sensibilisieren“, erklärt Lehrerin Katja Rossmann, die mit Unterstützung der Schulsozialarbeiterin Susanne Oschecker den Projektkurs am Goerdeler leitet. Es sei zentral, den teilnehmenden Jugendlichen bei Problemstellungen als Ansprechpartner zur Seite zu stehen und deren pädagogische Entwicklungsschritte professionell zu begleiten. Alle „Balus“ führen ein Online-Tagebuch und treffen sich im begleitenden Unterricht zu Lernmodulen, Reflexionen und Vorbereitungen der Patentreffen. Für diese stellt der Verein „Balu und du“ mit Sitz in Köln jedem Tandem jeweils ein monatliches Taschengeld in Höhe von 10 Euro für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung.

Die drei Schulleitungen Manuela Ziemer (Goerdeler-Gymnasium), Beate Schäfers (Grundschulverband Riemeke-Theodor) und Klaus Schäfers (Elisabethschule) sind überzeugt von der Wirksamkeit des Projektes: „Es ist ein Programm mit Langzeitwirkung, denn die Alltagsbegleitung stärkt die Moglis. Die jüngste PISA-Studie hat wieder belegt, dass der spätere Bildungserfolg von Kindern immer noch stark von ihrer sozialen Herkunft und vom Bildungsstatus ihrer Eltern abhängt. Mit „Balu und Du“ wird unter anderem diese Chancenungerechtigkeit abgefedert und die positive Entwicklung der Grundschulkinder gefördert.“

Aber auch die Oberstufenschüler:innen, so zeigen die regelmäßigen Evaluationen des Vereins „Balu und Du“ seit der Gründung des Programms 2005, profitieren von der Übernahme der Patenschaft. So entwickeln und erweitern sie wichtige „Soft Skills“, insbesondere Empathie, Kommunikation und Konfliktlösefähigkeit. Stella Marie Balder, Schülerin am Goerdeler und eine der „Balus“, sieht das genauso und fasst zusammen: „‚Balu und Du‘ ist nicht nur ein Projekt, sondern eine Chance, gemeinsam mit einem Kind unzählige schöne Momente zu erleben.“


Text/Foto: N. Lamberty-Freckmann


Unser Beitragsbild zeigt (vorne von links nach rechts) unsere Mentoren für Grundschulkinder, die „Balus“ Stella Marie Balder, Lina-Neltje Pollmeier, Tim Haluschak, Lissy Altrogge und Isabel Hartkopf.
Beim Austauschtreffen im Goerdeler-Gymnasium waren vor den Weihnachtsferien dabei: die Schulleitungen Manuela Ziemer (Goerdeler), Beate Schäfers (Riemeke-Theodor), Klaus Schäfers (Elisabethschule), Pädagogiklehrerin Katja Rossmann, Schulsozialarbeiterin Susanne Oschecker und der kommissarische Oberstufenkoordinator Sven Kost (hinten v.l.n.r.).