Vom 19. – 29. September fand die diesjährige Austauschfahrt nach Polen statt. Nach einer dreitägigen Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz-Birkenau und Krakau reiste unsere Schüler:innengruppe zusammen mit Frau Bauer und Herrn Hauk weiter nach Przemyśl. Dort verbrachten sie acht Tage in Gastfamilien unserer Partnerschule, dem Liceum II Morawskiego.
Max und Hanna schildern für die Gruppe eindrucksvolle Tage in Auschwitz, Krakau, Przemysl und Umgebung:


Unsere Reise startete am Samstag den 19.9.26 mit der Anreise von Paderborn nach Krakau, die wir mit dem Zug bestritten. Am Sonntag besuchten wir die Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Ausschwitz und Auschwitz-Birkenau. Dort bekamen wir eine Führung von einem Historiker mit eindringlichen Einblicken in das Leben der Häftlinge und besuchten verschiedene Erinnerungspunkte, die den Schrecken, die heute empfundene Traurigkeit und die erdrückende Stimmung verdeutlichten. Am Exekutionsort im Stammlager legten wir alle eine Blume als Zeichen der Erinnerung, der Trauer und des Gedenkens der zahllosen Opfer nieder.

Am nächsten Tag erhielten wir eine Führung durch die Altstadt Krakaus sowie durch das jüdische Viertel Kazimierz und das Museum in der Schindler-Fabrik. Am Nachmittag trafen wir Niusia Horowitz, eine der letzten vier noch lebenden „Schindler-Juden“ und somit eine Zeitzeugin des Holocausts, die von ihrer Vergangenheit im Konzentrationslager erzählte und unsere Fragen dazu beantwortete. Das war ein sehr interessantes und intensives Erlebnis, da dieser Mensch seine eigenen Erlebnisse schilderte, und es, losgelöst vom Geschichtsunterricht, deutlich näher und eindrücklicher erzählt wurde.
Am folgenden Tag besichtigten wir die Stadt Krakau und hatten Freizeit, in der wir eigenständig die Stadt erkunden und Dinge unternehmen konnten.



Nach einer zweistündigen Zugfahrt kamen wir am Dienstag in Przemyśl an und verbrachten den Rest des Tages in unseren Gastfamilien.Der darauffolgende Tag begann mit einer Schulerkundung, einer Stadtrallye und einem Besuch beim Bürgermeister, der uns mit netten Worten und einem Gastgeschenk empfing. Wir lernten die Stadt besser kennen und haben uns in den Gruppen zusammengefunden.
Donnerstag begannen wir den Tag mit einem gemeinsamen Upcycling-Workshop und entwarfen in der Schule Kleidungsstücke und Accessoires aus wiederverwendbaren Materialien. Danach aßen wir gemeinsam im Schülerwohnheim zu Mittag und schlossen den Tag mit einem Workshop für Kreativität ab, bei dem wir Taschen bemalten.
Am Freitag unternahmen wir einen Ausflug in das Bieszczady-Gebirge und machten einen Spaziergang über die Staumauer des Solina-Stausees und lernten seine Geschichte kennen. Dort führen wir auch mit der Gondelbahn, aßen Piroggen als regionale Spezialität und fuhren mit einem Schiff über den Solina-See. Das sich anschließende Wochenende hatten wir frei zur Verfügung mit den Gastfamilien.

Am Montagmorgen schlossen wir den Upcycling-Workshop ab. Um 17 Uhr fand in der Schule unser Abschiedsabend statt. Dort stellten wir die gemeinsam gestalteten Kleidungsstücke und Accessoires vor, aßen gemeinsam zu Abend und präsentierten die Fotos und vlogs über den Austausch. Außerdem gab es Preise für die Besten bei der Stadtrallye, die wir am Mittwoch gemacht hatten. Durch das gemeinsame Programm, den Besuch des Unterrichts, die Arbeit am Projekt und das Leben in den Familien wurden Lebensgewohnheiten und Sprachenlernen für alle Teilnehmer:innen erfahrbar.



Text: Max Schlosser und Hanna Niemeyer
Fotos: S. Hauk