In der Woche vom 12.-16. Oktober stand am Goerdeler-Gymnasium alles im Zeichen Europas. Mit den Erasmus Days, unserem internationalen Headteachers’ Meeting und der Paderborner Europawoche „Europa im Zeichen des Pfaus“ feierten wir europäische Zusammenarbeit, Demokratie und Vielfalt.

Erasmus Days – Europa im Schulalltag erleben


Jeden Morgen begrüßte unsere Schülervertretung die Schulgemeinschaft in einer anderen europäischen Sprache. Auch in den großen Pausen wurde Europa lebendig: Die UNESCO-AG lud zum Europa-Quiz ein, die SV sorgte mit Musik und Tanz für europäisches Flair und die Tierschutz-AG organisierte eine Mitmachaktion.
An zahlreichen Stellwänden präsentierten wir außerdem unsere Erasmus+-Projekte und zeigten, welche wertvollen Erfahrungen unsere Schüler:innen bei europäischen Begegnungen gesammelt haben.

Headteachers’ Meeting – Gemeinsam Schule der Zukunft gestalten


Bereits seit zwei Jahren arbeitet das Goerdeler-Gymnasium mit dem Agrupamento de Escolas de Vialonga (Portugal), dem IES Sabina Mora in Murcia (Spanien), der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule, dem Bromma Gymnasium in Stockholm (Schweden) und dem College Boris Vrian in Coudekerque-Branche (Frankreich) an unterschiedlichen Fragen der Schulentwicklung zusammen.
Das diesjährige Treffen stand unter dem Motto „Rethinking Learning Environments“ – Lernumgebungen neu denken und knüpfte damit unmittelbar an unser aktuelles Erasmus+-Leitthema „Skills for Life“ an. Wie müssen wir Schule und Lernumgebungen gestalten, damit junge Menschen die Fähigkeiten entwickeln, die sie für ihr Leben und ihre Zukunft brauchen? Wie fördern wir selbstständiges Lernen, Kreativität, Zusammenarbeit, kritisches Denken und die Übernahme von Verantwortung?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt unseres internationalen Austauschs. Unsere Gäste erhielten Einblicke in den Unterricht am Goerdeler-Gymnasium, erlebten unsere Medienscouts in Aktion und wurden von Schüler:innen im Podcast-Studio interviewt.
Eine Stadtführung durch Paderborn, bei der auch die jüdische Geschichte der Stadt thematisiert wurde, sowie der anschließende Besuch der Wewelsburg setzten wichtige Impulse zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerungskultur.

An der TU Dortmund tauschten sich die Schulleitungen mit Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel und ihrem Team über pädagogische Ansätze zukunftsorientierter Schulen aus.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Thomas-Morus-Gymnasiums in Oelde, das 2024 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde. Dort erhielten unsere internationalen Gäste Einblicke in das preisgekrönte pädagogische Konzept der Schule und konnten erleben, wie innovative Lernformen und zukunftsorientierte Schulentwicklung in der Praxis umgesetzt werden. Unterrichtsbesuche und Gespräche mit der Schulleitung und den Lehrkräften boten wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung unserer Lernumgebungen.

Europawoche – Begegnungen, Demokratie und gemeinsame Verantwortung

Zum Abschluss der Erasmus Days nahmen unsere Gäste gemeinsam mit Schüler:innen am internationalen Netzwerktreffen der Europawoche „Europa im Zeichen des Pfaus“ im Paderborner Rathaus teil. Jugendliche, Studierende und Vertreter:innen aus Bildung und Kultur aus 16 europäischen Ländern kamen in Paderborn zusammen.

Veranstaltet wird das Netzwerktreffen vom Westfälischen Forum für Kultur und Bildung e. V. Die Initiatoren des Programms sind Dr. Ulrike Kurth, Vorsitzende des Westfälischen Forums e. V., Michael Dreier, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Paderborn, sowie Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken e. V. „Als internationales Hilfswerk für den Glauben und die Solidarität unterstützen wir dieses Europa-Treffen aus Überzeugung“, sagt Monsignore Austen. „Christliche Werte sind das Fundament unserer Arbeit und auch europäische Werte.“

Erster Programmpunkt am Freitag war ein Podiumsgespräch mit Erzbischof Udo Markus Bentz. “Wir reden viel über Europa”, sagt er, “aber Europa muss man gestalten.” Dazu gehöre auch, gerade für junge Menschen, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren. Wenn die, die an Europa glauben, sich nicht mehr dafür einsetzen, dann würden andere das übernehmen. Der Paderborner Erzbischof, der künftig die Europa-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz leitet, betont auch die Rolle der Kirche für die europäische Jugend. “Wir brauchen einen inneren Kompass”, sagt er. Mit einer klaren Haltung, mit Neugier und Mut bedeute die Unterschiedlichkeit in Europa keine Konkurrenz und keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung.

Unsere Schüler:innen berichteten im Rathaus von ihren europäischen Austauscherfahrungen und machten deutlich, wie internationale Begegnungen neue Perspektiven eröffnen, interkulturelle Kompetenzen stärken und die persönliche Entwicklung fördern.



Auf dem Programm am Freitagnachmittag stand eine Exkursion in die Home-Deluxe-Arena. In der Heimstätte des SC Paderborn 07 spricht Geschäftsführer Martin Hornberger mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über „Demokratische Prozesse und Verantwortung im Sport am Beispiel des SCP Paderborn 07“.
Ein europäischer Konzertabend mit der Music and Art School Sliač aus der Slowakei rundeten das gemeinsame Programm ab.

Einige unserer französischen Gäste bleiben noch bis Sonntag in Paderborn und nehmen am weiteren Programm der Europawoche teil. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Erinnerung, Verantwortung und Solidarität sowie der Austausch über die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit und die gemeinsame Gestaltung unserer Zukunft.


Europa bedeutet für uns Begegnung, Freundschaft, Vielfalt, Verantwortung und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Diese Woche hat gezeigt, wie lebendig europäische Zusammenarbeit an unserer Schule ist – und wie wichtig es ist, junge Menschen auf eine sich ständig verändernde Welt vorzubereiten.

Text: M. Delgado
Fotos: I. Lehnert / N. Lamberty-Freckmann / M. Thielking (Bonifatiuswerk)