Am 26.01. reisten dreizehn Schüler:innen gemeinsam mit drei Lehrkräften der eTwinning-Partnerschule IES Sa Colomina aus Ibiza (Spanien) nach Paderborn, um bis zum 30.01. zusammen mit dem Projektkurs Spanisch am Erasmus+- und eTwinning-Projekt „Green Footprints: Young People Shaping the Future of Tourism“ zu arbeiten.

Am Montag standen zunächst Ice-Breaker-Aktivitäten, eine gemeinsame Begrüßung und das gegenseitige Kennenlernen auf dem Programm. Anschließend aßen wir zusammen Pizza und machten einen Spaziergang in die Innenstadt. Dort nahmen wir an einer Stadtführung in kleinen Gruppen teil, die von den deutschen Schüler:innen vorbereitet und durchgeführt wurde.

Der zweite Tag unseres Austauschs führte unsere Gruppe nach Winterberg. Nach der Busfahrt von Paderborn aus erreichten wir am Vormittag die Stadt und wurden dort im Rathaus empfangen. In einem Gespräch mit dem Bürgermeister, Herrn Beckmann, erhielten wir spannende Einblicke in den nachhaltigen Tourismus der Region. Er erklärte, wie Winterberg versucht, ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Interessen und soziale Aspekte miteinander zu verbinden, und betonte dabei die große Bedeutung des Tourismus für die Stadt. Winterberg zählt seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen im Sauerland und gehört zu den übernachtungsstärksten Regionen Westfalens. Jährlich besuchen Hunderttausende Menschen die Stadt, was die wirtschaftliche Rolle des Tourismus deutlich macht.

Besonders interessant waren seine Beispiele zur Nutzung der Skipisten. Diese werden im Winter möglichst ressourcenschonend beschneit, während sie im Sommer als Wander- und Mountainbike-Strecken dienen. Außerdem berichtete er, dass sich auf den Pisten zunehmend Pflanzenarten von selbst regenerieren, was zeigt, dass Natur und Tourismus nicht im Widerspruch stehen müssen. Im Anschluss erkundeten wir in kleinen Gruppen die Innenstadt von Winterberg. Dabei machten wir uns Notizen zum Tourismus vor Ort und beobachteten, wie stark die Stadt auf Besucherinnen und Besucher ausgerichtet ist. Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam zu einer nahegelegenen Piste, um dort Schlitten zu fahren. Für viele der Austauschschüler:innen aus Ibiza war es das erste Mal, Schnee direkt zu erleben. Nach rund zwei Stunden im Schnee machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg nach Paderborn. Der Tag half uns, besser zu verstehen, wie nachhaltiger Tourismus in einer beliebten Wintersportregion umgesetzt werden kann.

Am Mittwoch hatten wir die Gelegenheit, gemeinsam mit unseren Austauschschüler:innen einen besonderen Ort im Ruhrgebiet zu besuchen: die Zeche Zollverein in Essen. Der Ausflug war nicht nur spannend, sondern auch sehr lehrreich – vor allem für unsere Gäste aus Spanien, die einen wichtigen Teil der deutschen Industriegeschichte kennenlernen konnten. Bei einer Führung erfuhren wir, dass die Zeche früher eines der größten und modernsten Steinkohlebergwerke der Welt war. Tausende Arbeiter waren hier beschäftigt, und der Bergbau prägte das Leben der Menschen im Ruhrgebiet über viele Jahrzehnte.

Heute ist die Zeche Zollverein ein Museum und ein kultureller Treffpunkt und wurde zum UNESCO-Welterbe ernannt. Statt abgerissen zu werden, wurde das Gelände nachhaltig umgestaltet. Der Besuch zeigte uns, wie ehemalige Industrieanlagen sinnvoll weitergenutzt werden können – etwa für Bildung, Kultur und Tourismus. Der gemeinsame Tag in Essen war ein echtes Highlight unseres Austauschs und half uns, Geschichte, Nachhaltigkeit und Kultur miteinander zu verbinden.

Am Donnerstag unserer Austauschwoche stand Paderborn im Mittelpunkt. Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch im historischen Rathaus der Stadt Paderborn. Dort wurden wir vom stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Siemensmeyer, empfangen, der uns willkommen hieß und die Bedeutung internationaler Schülerbegegnungen für Europa betonte. In seiner Vorstellung der Stadt ging er auf zentrale Aspekte der Stadtgeschichte und -entwicklung ein. Dabei sprach er unter anderem über den Einfluss von Heinz Nixdorf auf den Wirtschafts- und Technologiestandort Paderborn, über das traditionsreiche Libori-Fest sowie über die historische Bedeutung Karls des Großen und des Paderborner Doms. Außerdem stellte er Projekte zu nachhaltiger Energie und umweltfreundlicher Stadtentwicklung vor und erklärte, wie Paderborn versucht, Tourismus umweltverträglich, sozial gerecht und kulturbewusst zu gestalten.

Im Anschluss erhielten wir eine Präsentation zur Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Paderborn. Danach gab Frau Voss von der Tourist Information Paderborn einen Input zum Thema nachhaltiger Tourismus und erklärte, wie Besucherlenkung, Umweltschutz und touristische Angebote miteinander verbunden werden können. Anschließend stellten Frau Ngoma und Frau Zacharias das Projekt „Stadt.Mensch.Flusse. – Die Pader für Europa“ vor und zeigten, welche Rolle die Pader im Zusammenhang mit Klimaanpassung und europäischem Kulturerbe spielt. Zum Abschluss testeten wir unser Wissen in einem Kahoot-Quiz.

Daraufhin folgte ein Rundgang entlang der Pader. Wir besuchten das Quellgebiet, die Baustelle im Geißelschen Garten sowie das mittlere Paderquellgebiet im Bereich der Paderhalle. Dabei lernten wir, warum die Pader für Paderborn – und sogar für Europa – eine besondere Bedeutung hat. Mit nur 4,6 Kilometern ist sie der kürzeste Fluss Deutschlands und wird von über 200 Quellen gespeist. Dieses Naturphänomen prägt das Stadtbild und steht gleichzeitig unter besonderem Schutz. Uns wurde deutlich, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit diesem sensiblen Naturraum ist:

Am Freitag arbeiteten wir am Vormittag mit den Notizen, die wir uns im Laufe der Woche gemacht hatten, und nahmen einen Podcast zum Thema Tourismus in Deutschland auf. Zusätzlich erstellten wir mit unseren eigenen Fotos eine Fotoslideshow. Am Abend fand eine große Farewell-Party mit den Gastfamilien statt, bei der wir den Podcast und die Fotoslideshow präsentierten. Anschließend ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Buffet ausklingen, bis die Schüler:innen aus Ibiza mit dem Bus abgeholt wurden, der sie zum Flughafen nach Düsseldorf brachte.

In dieser kurzen Woche haben wir viele neue Erfahrungen gesammelt und neue Freundschaften geschlossen. Alles in allem war es für alle Beteiligten eine schöne und erinnerungsreiche Zeit. Wir vermissen die Schüler:innen aus Ibiza schon jetzt und freuen uns auf ein Wiedersehen auf Ibiza im April.

Text u. Fotos: M. Delgado