
Am 18. Mai wurde die Ausstellung „Haftgrund: §175 – vergessene Schicksale des KZ Niederhagen“ in den Räumen der Oberstufe eröffnet. Die Ausstellung wurde vom Kreismuseum Wewelsburg ausgeliehen und beleuchtet das Schicksal der Häftlinge des Konzentrationslagers Niederhagen, die wegen ihrer (vermeintlichen) Homosexualität verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden. Basierend auf den Biographien einzelner Inhaftierter wird deren Leben vor und während der Zeit des Nationalsozialismus nachvollziehbar und, falls möglich, in der Nachkriegszeit weitererzählt.
Da das Goerdeler-Gymnasium sich als „Schule der Vielfalt“ klar gegen die Diskriminierung unterschiedlicher Lebensentwürfe stellt, hoben sowohl die Schulleiterin Manuela Ziemer als auch die ausgebildeten Schüler:innen-Guides die große Bedeutung der dargestellten Schicksale und deren historische Verortung hervor. „Die Tatsache, dass Menschen bis heute wegen ihrer sexuellen Orientierung angefeindet werden“, so Manuela Ziemer, „ist für die Schulgemeinschaft Verpflichtung, für Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde einzustehen.“ Auch die Schüler:innen verwiesen darauf, dass die Verletzung der Menschenrechte bezogen auf diese Opfergruppe noch weit in die Nachkriegszeit hinein anhielt. So wurde Homosexualität in der Bundesrepublik Deutschland erst 1994 entkriminalisiert. 2002 erfolgt die Löschung aus den persönlichen Akten der Betroffenen.
Anwesend war auch die Kuratorin der Ausstellung, Inga Horenkamp, die mit Unterstützung ihrer Kolleg:innen während ihres Freiwilligen sozialen Jahres im kulturellen Bereich im Kreismuseum Wewelsburg diese bis dahin weitestgehend unbeachtete Häftlingsgruppe erforscht und deren Schicksale erfahrbar gemacht hat.
Der Öffentlichkeit steht die Ausstellung im Goerdeler Gymnasium am Mittwoch, den 27. Mai und am Montag, den 1. Juni jeweils um 17.30 Uhr für einen Besuch offen.
Auch zu diesem Termin stehen ausgebildete Guides zur Begleitung bereit. Es wird um vorherige Anmeldung unter Tel. 05251/ 88 14 350 oder per Mail goerdeler@paderborn.de gebeten.






Text: S. Bauer
Fotos: J. Panthen, N. Lamberty-Freckmann

















